MURDER MYSTERY

Commissario

Andrea Auditore

Prefettura di Roma – Sezione Crimini Speciali

Persona

Er kommt immer als Letzter. Und wenn er den Raum betritt, verstummen Gespräche.

Commissario Andrea Auditore, 56 Jahre. Dreißig Jahre Dienst. Achtzehn aufgeklärte Mordfälle in der ewigen Stadt. Zwei davon im Vatikan – offiziell. Die anderen existieren in keiner Akte.

Groß. Grauer Dutt. Vollbart wie gemeißelt. Schwarzer Anzug, schwarzes Hemd. Kein Schlips. Nie. Ein Mann, der keine Zugeständnisse macht – nicht an die Mode, nicht an Vorgesetzte, nicht an die Wahrheit, wenn sie unbequem ist. Vor allem dann nicht.

Seine Augen sind das, was Verdächtige am meisten fürchten. Dunkelbraun. Reglos. Als hätten sie schon alles gesehen – und als hätten sie beschlossen, sich davon nicht mehr erschüttern zu lassen.

Fast alles.

Murder Mystery - Der Schatten des Konzils - Teilnehmer Andreas - Commissario Andrea Auditore

Hintergrund

Rom, Trastevere. Sohn eines Streifenpolizisten und einer Lateinlehrerin. Aufgewachsen zwischen Kopfsteinpflaster, Weihrauch und dem Klang von Glocken, die die Stunden zählten wie ein unerbittliches Gewissen.

Die Kirche war für Andrea Auditore nie Dogma. Sie war Atem. Santa Maria in Trastevere. Sonntagsmessen. Das Kreuz über dem Bett. Eine Selbstverständlichkeit, die man nicht hinterfragt – bis man gezwungen wird, es zu tun.

Sein erster Fall im Vatikan: 1999. Ein verschwundener Priester. Ein vertuschter Skandal. Auditore schloss den Fall. Die Akten verschwanden. Er hat es nie vergessen.

Dreißig Jahre haben ihn zu dem gemacht, was er ist: dem besten Ermittler der Prefettura. Einem Mann, der weiß, dass Institutionen lügen. Dass Menschen lügen. Dass selbst Gott zu schweigen scheint, wenn man ihn am dringendsten braucht.

Aber Beweise schweigen nicht. Beweise sprechen. Man muss nur wissen, wie man zuhört.

Die Wunde

Was heute Nacht in der Basilika geschah, ist mehr als ein Mord.

Auditore hat den Tatort gesehen. Hat das eingebrannte Wort auf der Brust des toten Papstes gelesen – TRADITORE, Verräter – und zum ersten Mal seit Jahren gespürt, wie etwas in ihm reißt.

Er ist Ermittler. Er urteilt nicht. Er fragt.

Aber er ist auch Katholik. Und was jemand heute Nacht in seiner Basilika, mit seinem Papst getan hat – das ist keine Botschaft an die Kirche.

Das ist eine Botschaft an ihn.

Und er ist mehr als entschlossen, darauf zu antworten.